Deutscher Computerspielpreis 2017 – Mimimis Stellungnahme

Beim Deutschen Computerspielpreis 2017 hat Mimimi Productions den Preis für bestes Game Design nicht angenommen, jetzt nehmen sie dazu Stellung.

Die Verwunderung war groß als Lead Designer Dominik Abé auf die Bühne kam und nicht, wie jeder erwartete, den Preis für das beste Game Design, welchen Mimimi Productions für Shadow Tactics: Blades of the Shogun gewonnen hatten,  mit Freuden entgegennahm, sondern ihn und eventuelle weitere ablehnte.

Das Eigenartige an der Sache war, dass man noch nicht mal eine Erklärung zu dieser, nicht ganz kleinen, Entscheidung gab. Fast alle Preise beim Deutschen Computerspielpreis gehen mit einem, für die deutsche Spielebranche, beachtlichen Preisgeld einher. So auch der für das beste Game Design. Ganze 40.000 Euro hat Mimimi Productions sich entgehen lassen, auch wenn diese noch mit Daedalic Entertainment hätten geteilt werden müssen. Keine Entscheidung die man leichtwillig fällt. Was war also los?

Wie wir kürzlich schon berichteten hat es eine Mail des GAME Bundesverbandes an seine Mitglieder gegeben, in der man mitteilte, dass es Unstimmigkeiten im Stimmprotokoll der Hauptjurysitzung gegeben habe und aufgefallen sei, dass irgendwo Stimmen abhandengekommen sein müssen, obwohl weder Jurymitglieder gefehlt noch sich enthalten haben. Das ist gerade deshalb so fatal, da die Abstimmung in drei Kategorien wohl so eng war, dass ein paar Stimmen mehr oder weniger den Ausgang der Wahl vollkommen hätten ändern können.
Das brachte und zu der Schlussfolgerung, dass die Entwickler bei Mimimi Productions den Preis eventuell nicht annehmen wollten, weil diese Unstimmigkeiten eventuell zu einem falschen Wahlergebnis geführt haben könnten und sie sich dann nicht als rechtmäßigen Gewinner sehen und genau das scheint der Fall zu sein.
Hier ist die komplette Stellungnahme seitens Mimimi Productions wie sie auf ihrer Facebook-Seite gepostet wurde:

„Nachdem wir zur Gala des Deutschen Computerspielpreises (DCP) 2017 in Berlin den Award für Bestes Gamedesign für Shadow Tactics: Blades of the Shogun ohne weitere Begründung abgelehnt haben, möchten wir heute unsere Beweggründe für diese Entscheidung erläutern.

Da die Situation extrem komplex ist, konnten wir auf der Bühne kein dem Thema gerecht werdendes Statement abgeben. Es sei angemerkt, dass alle drei Ausrichter – der Bundesverband der deutschen Games-Branche e.V. (GAME), der Bundesverband Interaktive Unterhaltssoftware (BIU) und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) – kurz vor der Veranstaltung über die Ablehnung im Auszeichnungsfall informiert wurden.

Wir haben höchsten Respekt vor den vielen Menschen – ob auf, vor oder hinter der Bühne -, die am DCP mitwirken und deren Kraft- sowie Zeitinvestments den Preis in den letzten Jahren massiv verbessert haben. Ebenso respektieren wir die beeindruckenden Spiele und Entwickler, die gestern gewonnen haben oder nominiert waren und deren Leistungen wir mit unserer Entscheidung keineswegs schmälern wollen. Wir möchten auch klarstellen, dass diese Entscheidung gänzlich unsere eigene war, ohne Beteiligung unserer Partner.

Wer uns kennt, weiß, dass uns Preise und Auszeichnungen sehr viel bedeuten und dass Mimimi Productions immer geschlossen hinter dem DCP stand. Deshalb wollen wir noch einmal der gesamten Fachjury danken, die sich dafür entschieden hat, uns für das Beste Gamedesign zu prämieren. Umso schwerer fiel uns die gestrige Entscheidung.

In den Tagen vor der Preisverleihung haben sich Informationen aus zuverlässigen Quellen verdichtet, die darauf hinweisen, dass es zu Unstimmigkeiten beim Hauptjury-Wahlverfahren des DCP 2017 gekommen ist. Dies betrifft zum einen die Durchführung der Wahl selbst, wir verweisen an dieser Stelle auf das Statement des GAME. Zum anderen gibt es erstzunehmende Bedenken, dass die Wahl durch die Hauptjury einer vernünftigen Auseinandersetzung mit dem eingereichten Spielen nicht gerecht wurde. Da wir bei der Wahl nicht anwesend waren, liegt es an den drei Ausrichtern und der Hauptjury, gemeinschaftlich zu klären, in welchem Umfang diese Aussagen korrekt sind. Wir haben kein Interesse daran, dem DCP zu schaden. Es stand für uns jedoch nicht zur Debatte, einen Preis anzunehmen, der eventuell nicht korrekt und fair vergeben wurde.

Wir wünschen uns einen starken, glaubwürdigen und branchen- sowie bundesweit akzeptierten DCP. Wir bleiben auch weiterhin Verfechter und Befürworter des DCP als Konzept. Wir hoffen auf eine faire und zeitnahe Aufklärung der Situation und blicken dem DCP 2018 positiv entgegen.“

Dieses Statement zeigt das Mimimi Productions gute Beweggründe für ihre Entscheidung hatten, dennoch sind jetzt noch mehr Fragen als zuvor offen. Welche Kategorien sind betroffen? Wie konnte es zu diesen Problemen kommen? Warum gab es keine neue Wahl? Warum ist das ganze Wahlverfahren so intransparent? Hat sich die Hauptjury wirklich kaum mit den Spielen auseinandergesetzt? Wenn ja, wie kann man sicherstellen, dass sich das in Zukunft ändert?

Auf diese Fragen sind uns GAME, BIU und das BMVI Antworten schuldig. Man wird zusammen Lösungen finden und die Geschehnisse um die Hauptjurysitzung des Deutschen Computerspielpreises 2017 aufarbeiten müssen. Wenn das nicht geschehen sollte könnte das Image des Deutschen Computerspielpreises einen bleibenden Schaden davontragen.

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Geschrieben von: Lukas

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