Deutscher Computerspielpreis 2017 – Eklat bei Preisverleihung

Gestern wurde im Berliner Westhafen der Deutsche Computerspielpreis 2017 verliehen. Doch Mimimi Prodution wollte den Preis nicht annehmen.

Eigentlich wäre es eine ganz normale Preisverleihung geworden, Preise, Laudatoren, Gewinner, Verlierer, Stars und Sternchen und eine, für die deutsche Spielelandschaft, beachtliche Summe Preisgeld. Doch beim Deutschen Computerspielpreis 2017 sollte es anders kommen. Mimimi Productions, die Entwickler von Shadow Tactics: Blades of the Shogun, welches bereits beim Deutschen Entwicklerpreis 2016 (DEP) im vergangenen Dezember gut abräumte, waren für bestes Gamedesign, sowie bestes deutsches Spiel nominiert. Doch als bekanntgegeben wurde, dass Mimimi den Preis für bestes Game Design und damit einhergehend 40.000 Euro gewonnen haben, stürzte nicht wie beim DEP das ganze Entwickler-Team jubilierend auf die Bühne, sondern einzig und allein Lead Designer Dominik Abé und der freute sich auch nicht sichtlich. Als er auf der Bühne stand sagte er schlicht: „Leider können wir heute keine Preise annehmen“, und zog wieder von dannen, ohne Erklärung. Man wolle sich an diesem Abend nicht dazu äußern, hieß es.

Der GameStar liegt eine Mail von Stefan Marcinek, dem Vorstandsvorsitzenden des GAME Verbandes, an die Mitglieder des GAME Verbandes vor, der diese Reaktion seitens Mimimi Productions erklären könnte.
In dieser Mail heißt es, dass man aufgrund von Auffälligkeiten die Stimmprotokolle der Hauptjurysitzung noch einmal geprüft habe und festgestellt hat, dass „in den meisten Kategorien Stimmen fehlten, deren Verbleib nicht festgestellt werden konnte, da keine Enthaltungen oder Abwesenheiten gezählt wurden.“ In drei der Kategorien ging es so knapp daher, dass diese abhandengekommenen Stimmen den Ausgang hätten verändern können.

Einige Juroren sowie der GAME Verband haben anscheinend während der Wahl bereits Beschwerde eingelegt und Neuwahlen gefordert. Dieser Einspruch wurde durch Mehrheitsbeschluss aber abgelehnt.
In Marcineks Mail hieß es laut GameStar-Artikel weiter, dass man sich nicht mit den beiden Mitausrichtern, dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), auf einen gemeinsamen Kompromiss hätte einigen können und der GAME-Vorstand deshalb die einstimmige Entscheidung getroffen habe, die Vergabe der Preise in den beanstandeten drei Kategorien nicht mitzutragen.[1]

Der Preis für das beste deutsche Spiel ging an Portal Knights von Keen Games, damit blieb allen die Situation erspart, dass jemand von Mimimi Productions noch einmal den Preis hätte ablehnen müssen.

Einige Fragen bleiben dennoch offen. Welche Kategorien sind von dem ‘Stimmproblem‘ betroffen? Warum wurde nicht neu abgestimmt? Warum wurde versucht das ‘Stimmproblem‘ geheim zu halten?
Auf Antworten zu diesen Fragen werden wir hoffentlich nicht allzu lange warten müssen.

Nachtrag vom 28. April 2017: Mittlerweile hat sich Mimimi Productions zu dem Vorfall geäußert, das Statement des Entwicklerstudios findet ihr hier.

[1] http://www.gamestar.de/news/pc/3313285/eklat_beim_deutschen_computerspielpreis.html

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Geschrieben von: Lukas

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