Cyberpunk 2077 Preview – Die Zukunft wird Gelb

Wir waren für euch auf der gamescom und haben 50 Minuten exklusives Gameplay-Material zu Cyberpunk 2077 zu sehen bekommen. Hier verraten wir euch alles, was ihr dazu wissen müsst.

Auf der diesjährigen gamescom durfte natürlich ein großer Name nicht fehlen: CD Projekt Red. Nachdem der polnische Entwickler schon auf der E3 2018 exklusives Gameplay zu ihrem neuen Action-Rollenspiel Cyberpunk 2077 zeigte, war nun auch die gamescom 2018 dran. Wir waren für euch vor Ort und haben uns doch mal angeschaut, was an dem Hype so dran ist.

Aber erstmal vom Anfang. Was ist Cyberpunk 2077 überhaupt, und woher kommt der ganze Hype?
Alles begann mit einem Teaser im Januar 2013. Danach gab es um dieses neue Projekt erstmal Funkstille. Dafür kamen in der Zwischenzeit neue Konsolen auf den Markt. Und CD Projekt Red begeisterte die Massen mit The Witcher 3: Wild Hunt, der Fortsetzung der beliebten Fantasy-RPG-Reihe.
Was Cyberpunk anging, bestätigte man zwar, dass das Spiel noch in der Entwicklung sei, mehr Infos, oder gar Screenshots oder Gameplay gab es aber weiterhin nicht.
Das alles änderte sich schlagartig als vor ein paar Wochen, auf der E3 in Los Angeles, während der Microsoft Pressekonferenz endlich ein neuer Trailer veröffentlicht wurde.
Die Öffentlichkeit bekam zwar noch nicht mehr zu sehen, aber allein dieser Trailer und die Interviews mit den Entwicklern machten vielen Gamern Lust auf mehr. Was nicht zuletzt auch mit dem massiven Erfolg von The Witcher 3 und den damit nicht gerade geringen Erwartungen an Team, Studio und Spiel zu tun hatte.
Das war auch genau der Zeitpunkt wo das erste Mal Gameplay gezeigt wurde. Das bringt uns nun wieder hier hin. Bevor wir euch aber verraten was hinter diesen geheimen und vor allem geschlossenen Türen abgegangen ist, spannen wir euch doch noch etwas länger auf die Folter.

Denn um Cyberpunk 2077 zu verstehen, benötigt es einen kleinen Trip in die Vergangenheit. Genauer gesagt 57 Jahre zurück, denn alles begann zwei Jahre in der Zukunft… Verwirrt? Gut.
Cyberpunk 2077 basiert auf dem Pen&Paper-Rollenspiel Cyberpunk 2020, was wie der Name schon vermuten lässt, 57 Jahre zuvor stattfindet. Das Spiel erfreute sich Ende der 1980er und Anfang der 1990er großer Beliebtheit. Offensichtlicher weise drehte sich alles um ein Cyberpunk-Setting, sprich Cybernetics, Neo-Noir-Looks, Punk-Rock-Bands, Hacker, Böse Mega-Corporations und was sonst noch so dazu gehört.
Nachdem die ganze Welt irgendwie den Bach runtergegangen ist, sind die USA abhängig von besagten Mega-Corporations. Diesen geht es aber nur darum ihre eigene Macht auszubauen und besser und größer zu sein als alle anderen. In diesem toxischen Setting finden wir auch Night City, einer Stadt in Kalifornien, in der sich Spieler in einer von verschieden Rollen (z.B. Netrunner, Techie, Corporate, Cop) austoben können.

Auch wenn das Interesse in richtigen Cyberpunk-Settings über die Jahre gefallen ist, so findet man doch hier und dort Einflüsse dieses Settings. Aber spätestens in Cyberpunk 2077 wird es wieder richtig aufgegriffen.

Was uns nun endlich zu dem Thema bringt, weswegen ihr vermutlich auf diesen Artikel geklickt habt: Cyberpunk 2077
Cyberpunk 2077 wird ein Action-RPG, was nicht wirklich verwundert, da CD Projekt Red doch in den letzten Jahren zu einer Größe im RPG-Bereich geworden ist.
Sprich wir dürfen uns auf viele Dialog-Option, auf verschachtelte Interaktionen mit NPCs, Character-Anpassungen und auf vieles mehr freuen.

In der Gameplay-Demo haben wir als erstes Mal einen Blick in den Character-Editor werfen können. Und siehe da, es wird nicht nur möglich sein, zwischen der männlichen und weiblichen Version unseres/r Protagonisten/in ‚V‘ zu wählen, sondern auch die Hintergrund-Geschichte unserer Figur, bis hin zu Geschehnissen in unserer Kindheit, mitzubestimmen, die später im Spiel Einfluss auf eben dieses haben sollen. Wir entschieden uns, für unsere 50-Minuten-Demo, mit der weiblichen Version zu spielen.

Ebenfalls wurde sehr schnell klar, dass, wie schon vermutet wurde, wir Cyberpunk 2077, entgegengesetzt zu anderen RPG des polnischen Studios, aus der 1st-Person-Perspektive spielen werden. Dies ist laut Game-Designer auf die Shooter-Mechanik zurückzuführen, die sich in der 1st-Person- einfach immersiver spielen soll als in der 3rd-Person-Perspektive.

Die uns gezeigte Demo stellte die Action-Sequenzen des Spiels ganz in den Mittelpunkt. So beginnt die Demo mit V und einigen anderen Charakteren, deren Aufgabe es ist ein gekidnapptes Mädchen aus den Klauen von ein paar Bösen Jungs zu befreien. Redlich versteht sich von selbst, dass diese bösen Buben V samt Kumpanen, das nicht möchten und ihnen deshalb das Leben auch nicht gerade einfach machen. Folglich kam es zu einem Schussgefecht wie es im Buche steht, mit futuristischen Waffen, Gadgets und allem was dazu gehört. Einen Buff den wir V haben nutzen sehen war eine Art Asthma Inhalator (?) der nach Gebrauch für uns die Zeit verlangsamte und dabei halt die Schüsse dorthin zu platzieren wo wir sie haben wollten.
Nachdem die Schurken beseitigt und das Mädchen gefunden war, fand V einen Chip im Kopf des Mädchen, welcher scheinbar ein Signal störte. Dieser wurde kurzerhand entfernt und dann kamen auch schon ein paar andere Leute per Helikopter eingeflogen, die offensichtlich nicht sonderlich gut auf uns zu sprechen waren, da sie das Mädchen mitnahmen und uns unter Androhung von Waffengewalt freundlich, aber bestimmt darum baten, fernzubleiben.

Nachdem wir diesen Kampf mit ein paar kleineren Blessuren überstanden und uns etwas frisch gemacht hatten. Machten wir uns auf den Weg zum zwielichtigen Cyber-Doc unseres Vertrauens, um uns ein paar Cybernetische-Upgrades einbauen zu lassen. Das ist die Stelle im Spiel wo wir unseren Charakter verbessern können. Ich habe nur einen kurzen Blick auf die verschiedenen Upgrades werfen können (es waren einige), bevor wir uns für ein neues Auge entschieden haben, welches es uns ermöglichte an Dinge ranzuzoomen und sie zu scannen.
Sonderlich schön ist der Wechselprozess nicht gewesen. Der Doc hat unser aktuelles Auge mit einer großen Zange herausgeholt nur um das neue, durch das wir dann schon schauten, kurz darauf wieder in unseren Kopf zu pflanzen. Gerade in der 1st-Person-Perspektive wirkte es fast schon ein bisschen ekelig. Schön grafisch und wunderbar atmosphärisch. Genau so wie man sich halt irgendeinen Hinterhof-„Doktor“ vorstellt.

Nach unserem kleinen chirurgischen Eingriff ging es weiter durch Night City. Wir trafen uns mit einem Gangster-Boss und kurz darauf mit einer Corporate-Dame, die keine Zweifel offenließ, dass wir und unser Leben ihr reichlich egal sind. Ihre Aufgabe an uns: Militärische Ausrüstung von einer Gang abkaufen. Klingt weder sonderlich kompliziert noch gefährlich, aber wie uns bald bewusstwurde, täuschte der Eindruck.
Man verriet uns, dass die nette Frau von der großen Firma, nicht sonderlich an Militär-Ausrüstung interessiert war, denn ihr Geld-Chip trug einen Virus auf sich.
Mit dieser Information machten wir uns und besuchten die Unterkunft der Gauner.
An dieser Stelle betonte das Entwickler-Team, dass es, wie auch schon in The Witcher 3, viele Möglichkeiten gibt ein Mission anzugehen. Ganz nach unseren Vorlieben und Skills. Wir könnten von Anfang an alles umschießen was uns in den Weg kommt, oder wir hacken uns in das Quartier der Gang, schleichen uns unbemerkt an die Waffe und  versuchen diese zu stehlen, oder wir könnten einfach mal am Haupteingang klopfen und nachfragen on jemand zu Hause ist und uns eine Waffe verkaufen möchte, Letzteres ist der Weg den wir dann auch gewählt haben. Nicht jeder Weg funktioniert für jeden Spieler, da, beispielsweise auf dem Hacker-Weg bestimmte Hacker-Skills benötigt werden. Wenn wir über diese nicht verfügen, dann kommen wir so nicht weiter, was aber nicht heißt, dass nicht noch andere Wege zum Ziel führen.
Naja, jedenfalls sind haben wir mal am Front-Eingang geklingelt und haben einfach aus freier Brust erzählt, was wir wollen. Scheinbar haben wir das glaubhaft rübergebracht, denn bald und ohne zu viele Morddrohungen wurde das begehrte Stück Militär-Technik uns zum Begutachten gebracht.
Nun hatten wir die Möglichkeit unseren Geschäftspartnern von dem Virus zu erzählen, es nicht zu tun, oder ihnen einfach allen ins Gesicht zu schießen.
Wir stimmten dem Deal zu und übergaben den freundlichen Gangstern den Chip, auf dem nicht nur das Geld gespeichert war.
Einmal eingesteckt ging die komplette Technik der Gangster, samt einige von ihnen (zu viel Technik im Kopf kann ja auch nicht gesund sein…) den Bach hinunter.
Überraschenderweise war man uns gegenüber doch plötzlich etwas feindseliger gestimmt und versuchte uns (mal wieder, und jetzt verstand ich auch warum die Corporate-Dame nicht selbst bezahlen wollte) kaltzumachen.
Los ging eine Jagd durch den geheimen Unterschlupf. Wir ballerten uns die Seele aus dem Leib und es sah so gut aus und fühlte sich so gut an. Da diese Mission etwas weiter im Spielverlauf geschieht, hatten wir auch noch ein paar Waffen und Augmentationen mehr zur Verfügung. So konnten wir um die Wand als Bande für unsere Schüsse benutzen, mit unseren Klingen in den Armen an Wänden hängen und, natürlich, Gegner aufspießen, oder auch einfach mit einer Schrotflinte einem Feind das Bein abschießen nur um danach seinen Kopf mit unserem Katana von seinem Körper zu separieren.
Das hat schon beim Zuschauen enorm Spaß gemacht.
Nach einem kleineren Boss-Fight entkamen wir dem Gangster-Quartier wieder und die Demo war zu Ende.

Immer wieder betonten die Entwickler, dass es aber so viele verschiedene Wege gäbe, allein diese eine Mission anzugehen. Das alles spricht für einen hohen Wiederspielwert und erklärt auch warum vom ersten Trailer 2013 bis zum ersten Gameplay über fünf Jahre vergangen sind.

Alles in allem war ich sehr beeindruckt von der Gameplay-Präsentation. Die Grafik war toll, die Kampf-Szenen wirkten großartig und das Cyberpunk-Setting als solches fühlte sich glaubhaft an.
Auch wenn wir einiges noch nicht gesehen haben, so bin ich doch recht guter Dinge, dass CD Projekt Red auf einem hervorragenden Weg ist um dem Hype um Cyberpunk 2077 gerecht zu werden. Und vielleicht sehen wir ja nächsten Jahr auf der E3 und auf der gamescom noch ein bisschen mehr, vor allem Story-Elemente. Denn ich denke nicht, dass das Spiel noch nächstes oder gar dieses Jahr erscheint. Ich tippe momentan auf einen Release (das Spiel wird übrigens für PC, PS4 und Xbox One erscheinen) im April oder Mai 2020, wie damals schon bei The Witcher 3.

Bis dahin ist zwar noch ein bisschen Zeit, aber wir halten euch natürlich mit allen News rund um Cyberpunk 2077 weiterhin auf dem Laufenden.

Nachtrag vom 28. August 2018:
CD Projekt Red hat gestern das in unserer Preview angesprochene Gameplay-Material auf Twitch und YouTube veröffentlicht. Falls ihr euch selbst mal ein Bild von Cyberpunk 2077 machen wollte, haben wir euch das Video hier verlinkt:

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Fazit von: Lukas

Auch wenn nach der knapp 50-minütigen Gameplay-Demo noch reichlich Fragen offen sind, so bin ich doch schon sehr angetan vom aktuellen Stand von Cyberpunk 2077 und bin gespannt was die Zukunft noch bringt. Consider me hyped...

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