Sniper Elite 4

Von am on Spiel

Sniper Elite 4 – Schweine in Italien

In Sniper Elite 4 mal wieder als Amerikanischer Scharfschütze im 2. Weltkrieg Nazis, unter der Führung Hitlers, töten. Das kann ja nichts werden, oder etwa doch…?

Sniper Elite 4 ist, oh Wunder, der vierte Serienteil, aus dem Hause Rebellion, um den amerikanischen Sniper Karl Fairburne, den wir bereits in den vorangegangenen drei gespielt haben, der mal wieder im Alleingang die Nazis dezimieren muss. Dieses Mal kämpfen wir uns allerdings nicht durch Deutschland, wie in Teil 1 und 2, oder, wie in Teil 3, durch Afrika um Erwin Rommels Feldzug zu stoppen, jetzt geht es nach Italien.

Typisch für die Sniper Elite-Reihe, spielen wir uns durch verschiedene Level, das ist auch in Sniper Elite 4 nicht anders. Jedes Level ist vom Spielprinzip her ähnlich aufgebaut. Wir bekommen eine Hauptaufgabe, die reichen von „töte Person X“, über „stiehl diese Dokumente“, bis „zerstöre diese Objekte“. Um diese Ziele zu erreichen können wir uns häufig einigen verschiedenen Herangehensweisen bedienen.
Ziele wie „töte Person X“ sind relativ klar formuliert, da haben wir keine wirkliche Entscheidungsfreiheit. Wir können nur entscheiden ob wir die Zielperson aus 500 Metern Entfernung töten wollen, oder ob wir sie im Nahkampf erledigen wollen.
Beim Stehlen von Dokumenten sieht das schon anders aus. Wenn eine Person diese Dokumente trägt, können wir sie entweder aus der Ferne töten, wobei wir uns dann auch noch den Weg zu den Dokumenten, durch Mengen an Gegnern, bahnen müssen oder wir bestehlen sie, so dass niemand etwas davon bemerkt.
Wie wir uns zum Ziel begeben bleibt uns überlassen. Wir können entweder in guter, alter Rambo-Manier alles umholzen was uns in die Quere kommt, wobei man damit natürlich recht schnell die Aufmerksamkeit der Gegner auf sich zieht, oder aus der Ferne die Gegner mit unserem Fernglas markieren und dann einen nach dem anderen wegsnipen. Natürlich ist auch ein Mix aus diesen beiden Spielarten möglich.
Neu im Sniper Elite 4 ist, dass wir klettern können, das beschränkt sich zwar auf Leitern und an Kanten hochziehen, dennoch fügt es dem Spiel eine neue Dimension hinzu.
In jedem Level gibt es zusätzlich zu der Hauptmission, einige optionale Nebenziele. Diese Nebenziele können bedeuten, dass man ein Auto zerstören soll, einen Checkpoint einnehmen muss, und, und, und.
Zusätzlich zu diesen ganzen Aufgaben sind in jedem Level auch noch einige Collectibles versteckt. So gibt es zum Beispiel Steinadler, die sich meistens auf oder an Häusern befinden, die man zerschießen muss. Häufig passen diese aber so gut zum Haus, dass sie gar nicht auffallen, so gestaltet sich das Finden schon nicht immer einfach. Des Weiteren gibt es einige versteckte Briefe, die Soldaten nach Hause geschrieben haben oder die sie bekommen haben.
Am Ende eines Levels muss man häufig, aber nicht immer, entkommen, das ist jedoch nicht immer eindeutig erkennbar. Zwar wird der Ausstiegspunkt auf der Karte markiert, allerdings ist nicht erkennbar ob es nur ein ‘normaler‘ Missionsmarker ist, oder ob das Ende der Mission dort auf uns wartet. Wenn man beispielsweise noch Dinge im Level sammeln will, dann aber dem besagtem Endpunkt läuft, in dem Glauben es wäre nur ein ‘normaler‘ Marker, kommt häufig Frust auf, da man so seine Aufgabe nicht mehr abschließen kann. Das ist Schade und hätte durch eine andere Grafik aus der Welt geschafft werden können.

Ansonsten ist das Sniper Elite 4 was Game Design angeht äußerst durchdacht. Ein tolles Beispiel dafür sind Büsche. Ja, richtig gelesen, es geht um irgendwelche Büsche, die es zuhauf gibt. In eben diesen kann man sich vor suchenden Gegnern verstecken. Soweit nichts besonders, aber allein die Tatsache, dass dieses Feature nirgendwo erklärt wird, aber trotzdem existiert und funktioniert zeugt von gutem Game Design.
Dieses macht sich auch im restlichen Spiel bemerkbar, ein weiteres gutes Beispiel dafür ist die schier unendlich wirkende Vielfalt eine Aufgabe anzugehen. Ich kann, wie bereits erwähnt, Gegner so oder so töten. Sobald man aber einmal sein komplettes Waffenarsenal zu nutzen weiß, öffnet das völlig neue Möglichkeiten. So habe ich einmal einen Offizier erledigt, seine Leiche mit TNT versehen, viele Gegner zur Leiche gelockt, indem ich ein Ölfass in der Nähe habe explodieren lassen und als die Gegner um die Leiche herumstanden habe ich mit einem gezielten Schuss das TNT zum Explodieren gebracht und so 7 Leute auf einmal erledigt. Dann kommt noch die brutale Killcam und zeigt mir wie diese sieben alle von der Explosion zerfetzt werden. Sowas macht einfach wahnsinnig Spaß.

Wie gerade schon angesprochen gibt es nicht nur normale Soldaten, es gibt auch Offiziere, diese sind stärker als normale Infanteristen, es gibt Spotter, die können Verstärkung anfordern, es gibt gegnerische Sniper, deren Aufgabe sollte klar sein, aber ab und an trifft man auch auf wesentlich härtere Gegner wie zum Beispiel Panzer.

Für das Durchspielen eines Levels, wovon es in Sniper Elite 4 insgesamt Zehn gibt, die allesamt extrem groß sind, benötigt man, je nach Spielweise und Schwierigkeitsgrad, etwas 1 – 2,5 Stunden.
Sobald ein Level das erste Mal durchgespielt wurde, werden Challenges („werde nicht entdeckt“, „zerstöre alle X-Objekte“, „schließe das Level in Zeit Y ab“, etc.) für dieses freigeschaltet.

Der Schwierigkeitsgrad ist ein auffallend interessanter Bestandteil von Sniper Elite 4.
Auf „Normal“ ist das Spiel teilweise sehr einfach, das rührt daher, das die Gegner den Spieler zwar schnell bemerken, sich aber nahezu genauso schnell wieder abschütteln lassen. Gegner nutzen das System der Triangulation um die Position des Spielers auszumachen. Wenn man also einmal schießt haben die Gegner keine Ahnung wo sich der Spieler befindet, beim zweiten Schuss von der gleichen Stelle können Gegner die Richtung erkennen und beim dritten Schuss von der gleichen Stelle wird man entdeckt. Aber selbst wenn man mal von Gegnern entdeckt wurde und nicht rechtzeitig in Deckung kommt, dann muss man sich keine allzu großen Sorgen machen, denn die Gegner schießen wie Sturmtruppen. Selbst auf kurze Distanz wird man, wenn man nicht minutenlang auf der Stelle stehen bleibt, nur selten getroffen.
Interessanterweise ändert sich dieses stupide Verhalten auch mit höherem Schwierigkeitsgrad nur wenig, nahezu alles andere lässt sich aber haargenau anpassen. Wem das Spiel zu einfach ist, der kann sehr genau Hilfen, wie Zielhilfen, vereinfachte Bullet Ballistik, oder Friendly Fire abschalten, oder andere erschwerende Bedingungen, wie Munitionsknappheit oder Wind zuschalten.
So bietet Sniper Elite 4 eine Herausforderung für jeden, egal ob Neueinsteiger oder Veteran.

Alles was ich bisher beschrieben habe bezieht sich auf die Singleplayer-Kampagne, beziehungsweise auf den Coop-Modus. Im Coop-Modus spielen wir uns zu mehreren durch die gleiche Story wie im Singleplayer, das macht, wie in den Vorgängern, nochmal mehr Spaß.
Neben Singleplayer und Coop gibt es auch noch die (mittlerweile) serientypische Shooting-Range. Auf dieser können wir unsere Waffen testen, auf Zeit Gegner umlegen und noch einige Spielereien mehr.
Zusätzlich dazu gibt es in Sniper Elite 4 auch noch einen Multiplayer. Der ist aber eher so eine ‘Nice-to-have‘-Dreingabe. Die Faszination in Sniper Elite liegt darin, dass man Zeit hat die Gegner, die keine Ahnung haben, dass ihr Ende näher ist als sie denken, auszuspähen, Dinge zu markieren, akribisch sein Vorgehen zu planen und es durchzuführen. Der Multiplayer-Modus hat nichts dieser Dinge und fühlt sich wie ein ganz anderes Spiel an. Die Gegner sind echte Spieler die genau wissen, dass wir versuchen sie zu töten, der Spielfluss ist viel schneller und es ist überhaupt keine Zeit taktisch irgendetwas zu planen. Dennoch hat Rebellion sich hier Mühe gegeben innovative Spielmodi zu integrieren. Es gibt Standard-Modi wie Deathmatch, Team Deathmatch und Capture the Flag, aber es gibt auch neue Modi, wie Distance King, wo es unsere Aufgabe ist die Gegner aus großer Distanz zu eliminieren. Es ist nicht schlecht, versteht mich da nicht falsch, aber es passt halt nicht so wirklich in die Sniper Elite-Serie.

In allen Modi, egal ob Single-, Multiplayer oder Coop, sammeln wir XP. Haben wir genug XP zusammen steigen wir im Rang auf, mit höherem Rang schalten wir neue Fähigkeiten frei, wie zum Beispiel ein höhere Vergrößerung im Scope, höhere Verlangsamung der Gegner, schnelleres spotten der Gegner und vieles mehr. Diese Fähigkeiten stehen uns dann in allen Modi zur Verfügung.

Der Sound ist nicht überragend, man kann auf jeden Fall nicht nur am Sound erkennen von wo man beschossen wird, aber in Kombination mit dem klar strukturiertem User Interface ist das absolut ausreichend, gerade weil die Ambient Sounds dem Ganzen eine glaubhafte Atmosphäre verleihen.

Grafisch weiß Sniper Elite 4 auch zu überzeugen, die Texturen sind klar, die Weitsicht ist vollkommen in Ordnung, hier und da kann es mal passieren dass ein Busch aus dem nichts aufploppt, aber das tut dem Gesamtbild keinen Abbruch.

Alles in allem handelt es sich bei Sniper Elite 4 meiner Meinung nach um den besten Ableger der Serie. Das Game Design ist, trotz kleinerer Pannen, äußerst gut, der Coop-Modus gibt einem die Möglichkeit das Spiel mit Freunden zu erleben, grafisch und sound-technisch ist das Spiel grundsolide und auch Spieler die unbedingt einen Multiplayer-Modus brauchen, werden hier fündig.

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Präsentation - 7,5 / 10,0

  • gute deutsche Vertonung
  • glaubhafte Soundkulisse
  • gute Grafik(effekte)

  • Animationen teils steif
  • hin und wieder deutliche Clippingfehler

Spieldesign - 8,5 / 10,0

  • unzählige Möglichkeiten
  • gute Stealth-Mechanik
  • große Areale
  • abwechlungsreiche Missionsziele

  • UI nicht immer klar
  • Missionsablauf häufig sehr ähnlich
  • Nahkampf viel zu stark

Balance - 8,0 / 10,0

  • extrem genau anpassbare Schwierigkeit
  • gute KI

  • Gegner schießen wie Sturmtruppen
  • Gegner sehen zu gut

Story - 6,5 / 10,0

  • Stimmungsvolle Umgebung
  • Sniper-Feeling

  • flache Charaktere
  • bedeutungslose Geschichte

Umfang - 9,0 / 10,0

  • Zehn Story-Missionen
  • Viele Waffen und Gadgets
  • Viele Collectibles
  • Multiplayer
  • Coop-Modus
7,9

Fazit von: Lukas

Sniper Elite 4 besticht durch seine Entscheidungsfreiheit, der Größe der Level und der glaubhaften Atmosphäre und ist damit der bisher beste Serienteil.



Lukas hat eine digitale Version von Sniper Elite 4 von Rebellion zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt bekommen.

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