Mittelerde: Schatten des Krieges

Von am on Spiel

Mittelerde: Schatten des Krieges – Review

Wir werfen einen Blick in den zweiten Teil der Mittelerde-Reihe aus dem Hause Monolith. Kann Mittelerde: Schatten des Krieges auf seinem Vorgänger aufbauen und die Fehler wett machen?

Wie schon der ersten Teil, will uns auch der zweite Teil ‚Mittelerde: Schatten des Krieges‘ ermöglichen unsere ultimative Machtfantasie auszuleben. Wo der erste Teil noch Fehler aufwies, will Schatten des Krieges aufbauen und will so ein noch besseres Spiel werden.

Das Spiel beginnt mit unserem geisterbesessen Waldläufer Thalion, der mit Celebrimbor (seinem Geist) einen neuen Ring der Macht schmiedet, um diesen als Waffe gegen den dunklen Herrscher Sauron einzusetzen. Natürlich verlieren sie diesen Ring bei der erstbesten Gelegenheit.
Hier fällt schnell auf, was für ein Schwachsinn diese Story eigentlich ist, da würde sich ein gewisser Herr Tolkien mit Sicherheit im Grab rumdrehen, wenn er mitbekommen würde wie frei hier sein Lebenswerk interpretiert und der Situation angepasst wurde.
Man kann das Spiel, oder eher die Story, zwar als Schwachsinn bezeichnen, das Gameplay macht aber vieles wieder wett. So habe ich mich so manches Mal dabei ertappt, wie ich doch mitgefiebert habe, wenn mich beispielsweise ein Balrog durch eine Höhle verfolgt.
Das bringt mich direkt zum nächsten Punkt, die belanglosen Bosskämpfe des Vorgängers sind Geschichte. Eine Verfolgungsjagd folgt auf den nächsten harten Kampf. Das hält das Pacing angenehm hoch.
Neben diesen Action geladenen Szenen, werden wir dann immer wieder mit der recht belanglosen Story konfrontiert. Neben Celebrimbor wirkt der Hauptcharakter Thalion fast non-existent. Immerhin haben die deutschen Synchronsprecher einen hervorragenden Job abgeliefert, was immens zu der Atmosphäre beiträgt.

Die Welt von Mittelerde: Schatten des Krieges ist groß, sehr groß, um genau zu sein. Die fünf  großen Regionen bieten, zumindest visuell, einiges an Abwechslung und wirken so wirklich unterschiedlich.
Was aber schade ist, ist, dass alle Gebiete, so gut und verschieden sie auch ausschauen, ansonsten exakt gleich sind. Wir finden gleiche Gebäudestrukturen und die gleichen Gegnertypen in jedem der fünf Gebiete.
Die NPCs die neu in Schatten des Krieges sind halten sich zwar in sehr überschaubaren Grenzen, aber die Dinge die neu sind, sind gut überlegt. Das beste Beispiel dafür ist natürlich der Drache mit dem wir über unsere Gegner hinwegsegeln können und sie von oben, mit unserem Feuer, vernichten können.

Treffen wir im Spiel auf einen einzelnen Ork, so ist er nicht viel mehr als ein Health-Pick-up, sobald wir aber von einer ganzen Schar umzingelt werden, dann sollten wir eben diese nicht unterschätzen. Auch nicht, wenn Thalion mit immens starken Fähigkeiten ausgestattet ist. Die alleine helfen gegen 50 Orks nämlich auch nicht mehr. Richtig spannend wird es dann natürlich wieder, wenn ein Captain das Schlachtfeld betritt. Das verlieht dem ganzen Gefecht einen anderen Charakter. So sieht man auch nach 40 Spielstunden immer noch neue Kreationen, egal ob es nun Rüstungsstücke sind, oder ob es die Stimme ist, der man zuvor noch nicht begegnet ist.
Wer zu viel HP verliert, dem bleibt nichts anderes übrig, als zurückzufallen und sich zu heilen. Im Gegensatz zum Vorgänger hält Schatten des Krieges den Druck aber immer hoch und macht es einem so auch nicht gerade einfach sich hochzuheilen.
Was das Kämpfen angeht, macht das Kampf-System einfach wahnsinnig Spaß, auch wenn es stellenweise etwas zu einfach ist. Wie schon in den Batman Arkham Spielen, reihen wir Schalg an Schlag um so eine Kombo nach der nächsten abzufeuern und wenn wir genug Gegner in einer Reihe getötet haben, dann führen wir noch stärkere Kombos aus, das macht richtig Laune.

Was Mittelerde: Schatten des Krieges wesentlich besser macht als sein Vorgänger, ist ganz eindeutig das Ork-Rekrutierungssystem. Zu häufig hatte ich im ersten Teil das Gefühl zwar viele Orks unterworfen zu haben, trotzdem aber nichts Sinnvolles mit ihnen anstellen zu können.
Das ändert sich glücklicherweise in Schatten des Krieges. Einmal unterworfene Orks können wir jederzeit im Kampf zu uns rufen, damit sie uns in der Schlacht zur Seite stehen.
Klingt vielleicht nicht besonders, aber wenn man sich selbst mal in einer brenzligen Lage befunden hat, dann weiß man, dass ein persönlicher Ork-Kämpfer mehr oder weniger gut und gerne mal den Unterschied machen kann.
Dieser sinnvolle Einsatz resultiert darin, dass man immer auf der Suche nach den besten Orks ist und sich endlich mal genau mit ihren Spezialfähigkeiten, von denen es bei Weitem mehr gibt als im ersten Teil, auseinandersetzt.
Dieses Suchen wird zusätzlich mit teilweise überaus lustigen Zusammentreffen belohnt, denn das Entwicklerteam hat es geschafft, dass die hunderte von zufällig generierten Uruk-Captains nie gleich wirken und immer wieder einen Besuch wert sind. So kann es nicht nur passieren, dass wir Orks treffen die mit Feuer um sich schmeißen, sondern auch mal welche die Laute-spielend und singend (ja, dieser Ork hat tatsächlich eine Laute auf der er spielt und uns was vorsingt!) uns tot prügeln will.
Abgesehen von dem Einsatz im Kampf, sammeln wir Orks nun auch mit einem klaren Ziel. Jedes größere Gebiet hat nämlich eine Festung, die von uns eingenommen werden will. So stellen wir unser Belagerungsteam aus rekrutierten Orks zusammen, schwächen die Gegnerische Verteidigung, oder schleusen sogar eigene Orks in die gegnerischen Reihen, als Spion, ein. Wenn der Kampf dann beginnt, müssen wir zuerst die Mauern respektive Tore überwinden und dann mehrere Punkte innerhalb der Festung einnehmen, bis wir zum Thronsaal vorstoßen können.
Bis dorthin kann es auch häufiger mal passieren, dass unsere Truppen (vorausgesetzt sie sind gut zusammengestellt) sich den Weg bis dorthin ganz ohne unsere Hilfe bahnen.
Im Thronsaal kämpfen wir dann gegen den Chef der Festung, seine Schergen und seine Fallen. Das sorgt, in der Regel, für knackige Bosskämpfe.
Haben wir die Festung erfolgreich eingenommen, dann stellen wir Teile unserer Truppe ab um die Festung zu halten. Verteidigt werden muss sie gegen andere KI-Gegner und gegen echte Spieler, die unsere Festung als Teil des asynchronen-Multiplayer-Modus einnehmen wollen.
Was wir mit den Orks die sich uns bis dorthin in den Weg stellen machen, bleibt uns überlassen. Wir können sie, wie schon angesprochen, rekrutieren, sie schwächen, oder, wie sollte es anders sein, sie brutal wegmetzeln. All das will aber gut überlegt sein, so haben hochlevelige Waffenund Rüstungsstücke zum Beispiel Spezialfähigkeiten, die wir erst freischalten müssen, so werden diese Waffen noch stärker. Zum Freischalten kann es sein, dass wir 10 Orks unterwerfen müssen, oder 5 Gegner töten müssen während wir verflucht sind, und so weiter und so fort.

Rekrutierte Orks können wir außerdem weiter hochleveln. Entweder schicken wir sie auf Assassination-Missionen oder lassen sie sogar eins gegen eins gegen einen KI-Gegner in einer Arena kämpfen. Das bringt schon so ein wenig Pokemon-Feeling mit sich.
Alles in allem hat man aber doch wenig taktische Kontrolle. So kann man keine Formationen auswählen, unsere Orks laufen immer alle direkt auf eine Festung zu. Von Taktik ist da leider keine Spur.
Gut, um fair zu sein. Sind halt Orks. Was will man schon von denen erwarten?

Nun aber noch ein kurzes Wort zu den Lootboxen. Ja, es gibt sie und ja, sie geben einem einen kleinen Vorteil im Spiel gegen Geld.
Das Einzige was sie wirklich machen, ist aber, dass der Spieler mehr Loot bekommt und das ohne Orks töten muss. Wie beschrieben, ist aber gerade das ein riesen Spaß, gerade weil so viel Liebe in den verschiedenen Orks, samt ihren Captains, steckt.
Letztendlich zahlt ihr also dafür um weniger Spaß zu haben. Schwachsinnig, oder?

Alles in allem ist Mittelerde: Schatten des Krieges ein wirklich würdiger Nachfolger zu Mordor’s Schatten.  Es ist größer und besser als der Vorgänger. Die guten Dinge wurden beibehalten und noch etwas besser gemacht. Die Fehler wurden weitestgehend ausgemerzt und zu Stärken verwandelt.
Das führt dazu, dass das Nemesis-System endlich richtig Spaß macht und die zufällig generierten Uruk-Kämpfe dennoch so einzigartig sind, dass man sich noch länger daran erinnern wird.

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Präsentation - 9,0 / 10,0

  • Animationen sorgen für tolles Kampfgefühl
  • (Visuell) abwechslungsreiche Gebiete
  • Richtiges Mittelerde-Feeling

Spieldesign - 8,5 / 10,0

  • Tolles 'Free-Flow'-Kampfsystem
  • Ork-Rekrutierungs-System
  • Jeder Orks wirkt einzigartig

  • Tastatursteuerung teils ungelenk

Balance - 8,5 / 10,0

  • Einfacher Einstieg
  • Kämpfe gegen einen sehr einfach
  • Kämpfe gegen viele sehr schwer
  • Fordernde Bosskämpfe

  • Stealth-Modus zu einfach

Story - 7,5 / 10,0

  • Tolles Mittelerde-Feeling
  • Belagerungen extrem simmungsvoll

  • Untreu gegenüber Herrn der Ringe-Lore
  • Manche Charaktere sehr flach

Umfang - 10,0 / 10,0

  • 40-50 Stunden Kamagne
  • Asynchroner Multiplayer Modus
  • Viele Freischaltbares
  • Viele Nebenmissionen
8,7

Fazit von: Lukas

Mittelerde: Schatten des Krieges baut auf den Stärken des Vorgängers auf und merzt gleichzeitig fast alle Fehler des Vorgängers aus. Durch Nemesis-System und einzigartige Orks bleibt einem dieses Spiel noch lange im Gedächtnis.

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