Bear with Me

Von am on Spiel

Bear With Me: Episode 1 – Review

Ein Point&Click-Adventure in dem wir ein kleines Mädchen und ihren Teddybären durch eine schwarz-weiße Spielwelt steuern und Rätsel lösen müssen klingt langweilig? Genau das ist Bear With Me aber nicht!

bear_with_me2Bear With Me ist ein episodisches Point&Click-Adventure-Game vom Entwickler Exordium Games. Das Spiel findet in einer düsteren aber dennoch komödiantischen Welt statt. In Bear With Me schlüpfen wir in die Rolle der 10 Jahre alten Amber Ashworth, die versucht das Geheimnis hinter dem mysteriösen „Roten Mann“, der Paper City terrorisiert, und dem Verschwinden ihres Bruders Flint zu lüften. Auf dieser Reise, durch die im Noire-Style gehaltene Welt, begleitet sie der verschrobene, sture Privatdetektiv Ted E. Bear (oder im Deutschen Ted I. Bär), Ambers langjähriger Freund und Teddybär.

Diese Review beschäftigt sich mit der ersten von fünf Episoden von Bear With Me.
Diese erste Episode macht einen hervorragenden Job den Rahmen für dieses Adventure zu setzen.

Das Spiel startet damit, dass Amber von Alpträumen heimgesucht wird, mitten in der Nacht aufwacht und herausfindet, dass ihr Bruder Flint nicht da ist. Sie bittet ihren treuen Teddy Ted. I. Bär, einem mürrischen alten Detektiv im Ruhestand, um Hilfe.

So werden wir ins Spiel geworfen, eine Erklärung oder ein Tutorial gibt es nicht. Das ist aber auch nicht nötig. In guter, alter Adventure-Manier ‘pointen‘ und ‘klicken‘ wir uns munter durch die Gegend.
Bewegen können wir uns indem wir auf die gewünschte Stelle klicken.
Mit Gegenständen oder Charakteren interagieren wir indem wir sie einmal anklicken und dann die gewünschte Aktion auswählen. Wenn wir Gegenstände aufnehmen landen sie in unserem Inventar. Das öffnen wir durch einen Klick auf das Icon in der rechten, oberen Ecke. Hier wäre ein Tastatur- oder Maus-Shortcut schön gewesen. Im Inventar können wir, wie man es aus Adventures gewohnt ist, Dinge kombinieren. Um dies zu tun müssen wir sie per Drag‘n‘Drop aufeinander ziehen. Auf die gleiche Art und Weise kombinieren wir Inventar-Gegenstände auch mit Objekten in der Spielwelt. Etwas umständlich, da man meistens die Objekte nur einmal anklicken muss, aber sobald man sich einmal daran gewöhnt hat, ist auch das kein Problem mehr.

Interagieren können wir mit so ziemlich jedem Objekt das uns in die Quere kommt. So lohnt es sich zum Beispiel auch jedes einzelne Bild, jede Lampe und jedes Buch einmal anzuschauen. Nicht bear_with_me4nur gibt es dafür ein Achievement, sondern es kommt auch so manche lustige Situation zustande.
Was allerdings anders ist als bei vielen anderen Genre-Vertretern ist, dass es weder eine Hotspot-Funktion noch eine anderweitige Hilfe-Funktion gibt. Das heißt wir können uns nicht anzeigen lassen mit welchen Objekten wir interagieren können und wir können uns auch nicht direkt das nächste Ziel anzeigen lassen. Allerdings können wir Ted jederzeit ansprechen und er gibt uns dann einen kleineren Hinweis darauf, was wir als nächstes zu tun haben.

Für ein Adventure typisch dürfen wir jeder Zeit speichern und laden. Wobei es (zumindest bisher) noch keine Möglichkeit gibt zu sterben oder ähnliches. Selbst wenn dem so wäre, eine Autosave-Funktion gibt es auch.
Die Dialoge bestehen aus einem Multiple-Choice-System. Meistens arbeiten wir alle Punkte ab, aber in manchen Situationen müssen wir uns auch für eine Antwort entscheiden. Diese Antworten können für den weiteren Spielverlauf entscheidend sein.
Nachdem wir eine Aufgabe gemeistert haben, wird das bisherige Geschehen nochmal in einer schön gestalteten Cutscene aufgearbeitet.

Die Cutscenes sind, genau wie der Rest des Spiels, komplett in Englischer Sprache gehalten. Untertitel sind in Deutsch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Russisch und natürlich Englisch vorhanden.

Zu den bereits genannten kleineren Macken, kommt leider auch noch etwas anderes dazu. Zum einen sind die Ladezeiten zwischen den verschiedenen Screens teilweise (für ein Adventure) sehr lange. Obwohl nicht viel geladen werden muss beträgt die Ladezeit auch schon mal gerne zwischen 5 bis 20 Sekunden.
Außerdem gibt es im Moment noch ein Audioproblem. So kann es vorkommen, dass der Sound entweder ganz aussetzt, oder nur versetzt eingespielt wird. Dieser Fehler tritt vor allem nach Cutscenes und Raumwechseln auf. Glücklicherweise normalisiert sich das Ganze aber nach ein paar Sekunden wieder.

bear_with_me3Das wirklich tolle an diesem Spiel ist aber, dass es sich selbst nicht zu ernst nimmt. So ist das ganze Spiel voll mit sarkastischen und ironischen Kommentaren und Anspielungen auf so ziemlich alles. Diese Anspielungen reichen von Iron Man, Batman und Terminator über Resident Evil, Silent Hill und Freitag den 13. bis hin zu Quantenphysik und der Diskussion ob Photonen nun Wellen oder Teilchen sind. Genauso gerne genommen werden aber Witze über Farben, vor allem in Bildern.
Auch die vierte Wand wird des Öfteren mal durchbrochen. So kann es durchaus mal vorkommen, dass Amber und Ted mit dem Regisseur reden, wir Hilferufe der Entwickler finden oder, dass Charaktere sich über den Produktionsprozess des Spieles unterhalten.

Hinzu kommt noch, dass die Synchronsprecher wirklich gut sind, die Musik äußerst stimmig ist, die Charaktere wirken einzigartig und passen zum Spiel und alles mit sehr viel Liebe handgezeichnet ist. Der schwarz-weiß-Stil, der übrigens durch ein paar wenige rote Elemente (die auf die Anwesenheit des „Roten Mannes“ hindeuten) hier und dort ergänzt wird, passt hervorragend zum Noire-Setting.

Auch hier sieht man mal wieder, dass ein Spiel keine 60€ kosten muss um gut zu sein. Dieses kleine Projekt ist für 5€ auf Steam zu haben und für jeden Adventure-Fan eine ganz klare Empfehlung!

Letztendlich bleibt zu sagen, dass die erste Episode von Bear With Me alles richtig gemacht hat. Trotz ein paar kleinerer Macken vermittelt das Spiel eine super stimmige Atmosphäre und schafft eine klasse Verbindung zwischen Spaß und Ernst herzustellen. Ich hoffe, dass Exordium Games für die kommenden Episoden die guten Sachen weiterführt und die kleinen Fehler ausmerzt. Dann werden auch diese genauso gut wie die erste Episode.

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Präsentation - 9,0 / 10,0

  • Stimmiger Soundtrack
  • Gute Synchronsprecher
  • Einzigartige Charaktere
  • Handgezeichnete Grafiken
  • Passender Noire-Style

  • Teilweise Audioprobleme
  • Teils lange Wartezeiten

Spieldesign - 8,5 / 10,0

  • Einfach zu verstehen

  • Leicht frickeliges Inventar

Balance - 10,0 / 10,0

  • Auch für Genre-Neulinge geeignet...
  • ...gleichzeitig nicht zu einfach für erfahrene Adventure-Spieler
  • Keine Hotspot-Funktion
  • Ted als "Hilfe-Funktion"

Story - 10,0 / 10,0

  • Interessante Story
  • Stimmige Noire-Atmosphäre

Umfang - 9,5 / 10,0

  • Spielzeit von ca. 3-5h
  • Einige Versteckte Achievements

  • Wiederspielwert relativ niedrig
9,4

Fazit von: Lukas

Letztendlich bleibt zu sagen, dass die erste Episode von Bear With Me alles richtig gemacht hat. Trotz ein paar kleinerer Macken vermittelt das Spiel eine super stimmige Atmosphäre und schafft eine klasse Verbindung zwischen Spaß und Ernst herzustellen. Ich hoffe, dass Exordium Games für die kommenden Episoden die guten Sachen weiterführt und die kleinen Fehler ausmerzt. Dann werden auch diese genauso gut wie die erste Episode.



Lukas hat eine digitale Version von Bear with Me von Exordium Games zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt bekommen.

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