Metal Gear Survive Preview – Der Name ist Programm

Metal Gear Survive? Ne, das hat doch nichts mehr mit Metal Gear zu tun. Das kann ja nichts werden, oder etwa doch? Letzte Woche waren wir bei Konami und berichten euch hier von unserem Eindruck.

Letzte Woche haben wir mal bei Konami in Frankfurt vorbeigeschaut und durften uns einen ausführlichen Eindruck vom aktuellen Stand von Metal Gear Survive machen.
Bevor ich aber darüber spreche was ich, aus gut vier Stunden Singleplayer, von Metal Gear Survive mitgenommen habe, ist es, gerade für Konami, wichtig, von Anfang an klar zu stellen, dass es sich hier nicht um ein Metal Gear Solid-Spiel handelt. Metal Gear Survive ist, genau wie es Metal Gear Rising: Revengeance war, ein Spiel im Metal Gear-Universum; es ist kein Metal Gear Solid und das will es auch überhaupt nicht sein.
Mit diesem Fakt aus dem Weg, komme ich nun endlich zum eigentlichen Spiel, besser gesagt zum Singleplayer.

Die Kampagne von Metal Gear Survive startet direkt nach dem Ende von Metal Gear Solid V: Ground Zeroes, also direkt nach der Zerstörung der Motherbase. Wir sind ein, zuvor nicht bekannter, Charakter, einer von vielen Arbeitern der Motherbase. Während die Motherbase explodiert, werden wir durch ein Wurmloch in eine Alternativ-Dimension befördert.
Dort angekommen finden wir uns in einer tristen, verlassenen Welt wieder, mit nichts außer einer ebenso tristen Basis, die Metal Gear Survive-Version der Motherbase. In der Basis können wir die selbige ausbauen, Gadgets und Waffen craften, Essen genießbar kochen und mehr. Dann wäre da noch eine KI… Die Entscheidung eine KI einem NPC als Begleiter vorzuziehen hat sich mir nicht erschlossen. Zu einem NPC, von denen wir im Laufe des Spiels  noch einige treffen, könnte man eine emotionale Verbindung aufbauen. Die KI hingegen ist ziemlich emotionslos, wie so eine KI nun mal zu sein scheint.

Also begeben wir uns sofort auf die Suche nach irgendetwas Ess- und Trinkbarem. Glücklicherweise finden wir in der Nähe unserer Basis einen kleinen Teich mit ein paar Flaschen Trinkwasser und ein paar Schafen, die nur darauf warten, mit unserem frisch gecrafteten Speer, erlegt zu werden. Fürs Erste ist das Hunger- und Durstproblem also gelöst, so scheint es. Schnell stellt man aber fest, dass beide Werte unerbittlich im Sekundentakt runterzählen. Also heißt es leere Flaschen suchen um dreckiges Wasser zu sammeln. Da wir dieses aber erst mit einem Topf, den wir uns erst später basteln können, sauber kochen können, müssen wir also mit dem dreckigen Wasser Vorlieb nehmen. Das bedeutet aber, dass wir, zu einer gewissen Wahrscheinlichkeit, davon krank werden, was uns das Überleben natürlich nicht gerade leichter gestaltet.
Und es wird noch schlimmer, schnell bringen uns unsere Missionen (zu denen gleich mehr) in einen undurchdringlichen Nebel, sobald wir dort reingehen, was erst nach dem Finden einer Sauerstoffmaske möglich ist, kommt neben Hunger und Durst auch noch der Sauerstoff-Vorrat ins Spiel, der sinkt zwar nicht ganz so schnell und füllt sich automatisch auf, sobald wir den Nebel wieder verlassen, aber aus den Augen sollte man auch den nicht verlieren, denn wenn eine der drei Bedürfnis-Leisten auf 0 sinkt, dann stirbt der Charakter sofort und man verliert einiges an Fortschritt.

Wer einmal seine Bedürfnisse in den Griff bekommen hat, oder zumindest denkt sie in den Griff bekommen zu haben, der merkt schnell, dass das noch nicht reicht um dem Namen des Spiels gerecht zu werden und zu überleben. Denn neben rar gesäten feindlich gesinnten Tieren, gibt es auch eine Menge Gegner, die Zombie-artigen ‚Wanderer‘. Diese sind zwar strohdoof, in der Gruppe aber dennoch nicht zu unterschätzen. Sobald sie den Spieler sehen, bewegen sie sich auf dem direktesten Weg eben diesen zu, egal ob der Spieler im Offenen steht, oder sich hinter einem Zaun befindet und so für die Wanderer unerreichbar ist.
Diese Dummheit kann man sich gut zunutze machen. Wenn man zum Beispiel einen selbstgebauten Zaun zwischen sich und die Gegner stellt (solch baubare Gegenstände kann man übrigens einfach so überall in der Welt platzieren), dann versuchen diese den Spieler durch den Zaun zu treffen, schaffen das aber nicht. So hat man leichtes Spiel und kann mit einer spitzen Waffe, wie zum Beispiel einem Speer, den Wanderern durch den Zaun Schaden zufügen. Diese lassen das allerdings nicht einfach über sich ergehen, sondern versuchen den Zaun zu zerstören. Wenn man von einer größeren Gegnertruppe attackiert wird, dann werden diese sogar die Zäune hochklettern und umreißen.
Mit zu vielen sollte man sich also nicht leichtfertig anlegen, gerade weil man sehr lange nur mit Nahkampfwaffen durch die Gegend läuft und ein Treffer der Gegner zu den gleichen Krankheiten führen kann, die man durch das Trinken dreckigen Wassers bekommen kann. Gerade im Kampf sollte das besser nicht passieren.
Die klügere Variante ist also häufig sich durch das Level zu schleichen, Wanderer mit Ködern auf eine falsche Fährte zu locken und wenn keiner mehr im Weg ist, sich einfach den Weg zum Missionsziel zu bahnen.

Apropos Missionen. Was einem schnell auffällt, ist, dass die Missionen, gerade am Anfang des Spiels, sehr repetitiv sind. So lauten die Aufgaben sehr häufig: „Hole einen neuen Computerchip.“, oder auch: „Hier wurde ein Tier gesichtet. Erlege es um Nahrung zu bekommen.“
Wobei Letzteres natürlich im eigenen Interesse ist, ist das Sammeln von Computerchips nur eine in die Länge gezogene, repetitive Methode die Hintergrundgeschichte über die Parallelwelt, sowie unser Verschwinden in eben diese Stück für Stück aufzudecken.
Sobald man einmal in den, eben bereits beschriebenen, Nebel kommt, dann gibt es wieder einen neuen Aufgabentyp. Dort finden wir nämlich kaputte Teleporter. Das Problem ist jetzt aber nicht diese zu aktivieren, dazu müssen wir lediglich eine Taste drücken, sondern die Tatsache, dass sobald die Aktivierung läuft Gegnermassen von allen Seiten auf uns zuströmen. Das bedeutet für uns vorher Verteidigungen bauen und Gegner so gut wie möglich davon abhalten uns und den Teleporter zu attackieren. Klingt in der Theorie simpel, in der Praxis bedeutet das aber häufiges Sterben bis man mal den Dreh raus hat.
Die letzte Mission meiner Anspielsession bestand daraus einen NPC inmitten einer riesigen Gruppe Wanderer zu retten. Das war eine kleine Abwechslung, schnell bemerkte man aber, dass es nur eine Kombination aus bereits bekannten Aufgaben war (Gegner ausschalten, Person zu Ort X bringen, Teleporter aktivieren & verteidigen).
Auf Nachfrage wurde mir dann gesagt, dass im weiteren Verlauf des Spiels noch andere Aufgabentypen hinzukommen.

Das bringt mich dann auch zum Endgame, oder besser gesagt zu dem was mir vom Endgame erzählt wurde.
Nehmen wir zum Beispiel unsere Basis. Auch nach vier Stunden Spielzeit hat sich noch nicht viel visuelle Veränderung in der Basis breit gemacht. Zwar war nun der Teleporter aktiv, ich hatte zwei neue Crafting-Stations, aber ansonsten war noch ähnlich viel Ödland, wie zu Beginn, zu sehen.
Erzählt wurde mir allerdings, dass die Basis wesentlich größer werden soll, NPCs können, wie in Metal Gear Solid 5, Aufgaben übernehmen, Essen kann angebaut werden, was das Ende aller Essennöte bedeutet, und vieles mehr.
Mit einer größeren Basis gehen allerdings auch neue Bedrohungen einher, so soll später unsere Basis von Gegnerhorden angegriffen werden und wir müssen auf einmal auch über Verteidigung nachdenken.
Was auch spannend werden könnte, ist, dass man ab einem gewissen Punkt im Spiel genug Crafting-Rezepte gesammelt hat, dass man mit den Unmengen an gesammelten Utensilien, wie Holz, Nägel, Stahl, Aluminium, Kupfer, Pflanzen, Alkohol, und vielem mehr, endlich etwas sinnvolles anfangen kann.
Ebenfalls soll es sogenannte „Orders“ geben. Dabei handelt es sich um Live Events, die noch ein bisschen zusätzliche Abwechslung in das Spiel bringen sollen.
Um diese ganzen Dinge wirklich beurteilen zu können, müssen wir aber noch bis zum Release des Spiels warten.

Einen Faktor habe ich bisher allerdings gänzlich ausgelassen, und zwar den Co-op-Modus. Diesen habe ich auf dem Preview-Event nicht mehr gesondert angespielt, ein paar Infos dazu habe ich aber trotzdem.
Ein interessanter Ansatz ist, dass man den selber Charakter im Singleplayer und im Co-op spielt. Das bedeutet unter anderem, dass man Dinge die man im Co-op findet auch im Singleplayer nutzen kann und natürlich auch anders herum.
Grundsätzlich kann man sofort mit dem Co-op loslegen. Man wird aber schnell feststellen, dass die Gegner viel zu stark für den aktuellen Charakter sind (Die Gegner sind auf Level 10, zum Einschätzen: nach vier Stunden bin ich gerade mal auf Level 6 gekommen). Das bedeutet also: erstmal die Singleplayer-Kampagne spielen.

Abschließend bleibt zu sagen, dass ein gemischter Eindruck von Metal Gear Survive zurückbleibt. Ich hatte keine großen Erwartungen an das Spiel und wurde teilweise durchaus positiv überrascht, an anderen Stellen bin ich allerdings noch skeptisch.
Definitiv mach das Spiel seinem Namen alle Ehre. Das ‚Survive‘ im Titel ist das Wort das meine Spiel-Session am besten zusammenfasst. Ich hatte bis zum Ende weder meine Hunger- noch meine Durst-Leiste im Griff, immer ist eine gewisse Anspannung da ob ich die nächste Mission noch überstehen werde oder nicht. Die Atmosphäre hat zweifelsohne super gepasst. Mit der Vermutung des Konami-PR-Managers, dass wir bei der Anspiel-Session einige Game-Over-Screens sehen werden, sollte er mehr als einmal Recht behalten.
Da ich nach meiner ganzen Spielzeit noch nicht das Gefühl hatte wahnsinnig viel erreicht zu haben, schließe ich einfach mal darauf, dass der Umfang von Metal Gear Survive mehr als akzeptabel ist.
Meine größte Sorge ist die, zumindest bis zu dem Punkt an den ich gespielt habe, kaum vorhandene Abwechslung im Missions-Design. Wenn sich da nicht noch gänzlich andere Aufgaben auftuen, dann könnte das ein schwerwiegendes Problem für das Spiel werden.
Alles in allem würde ich sagen, dass Metal Gear Survive definitiv mehr als einen Blick, für Fans von Survival-Games wie ‚Don’t Starve‘ und Konsorten, wert ist. Aber auch Fans der Metal Gear Serie sollten dem Spiel eine Chance geben, denn nur weil Hideo Kojima nicht mehr dran arbeitet, heißt das noch nicht, dass das Spiel nicht doch gut werden kann.

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Fazit von: Lukas

Metal Gear Survive ist ein Spiel das die Geister scheiden wird. Obwohl ich kein großer Fan des Survival-Genres bin, hatte ich, auch trotz einiger Schwächen, meinen Spaß mit Metal Gear Survive und bin gespannt auf das fertige Spiel. Wie viel Abwechslung es letzten Endes bieten wird und wie das Endgame aussehen wird bleibt abzuwarten.

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