Mario + Rabbids Kingdom Battle

Von am on Spiel

Mario + Rabbids Kingdom Battle – Review

Ein Crossover aus Mario und den Raving Rabbids und das als rundenbasiertes Strategiespiel? Das kann doch nur chaotisch werden! Hier verraten wir euch, was wir von Mario + Rabbids Kingdom Battle halten.

Videospiel-Mash-ups sind gar nicht mal so häufig auf dem Markt zu finden. Mario und seine Freunde finden zwar regelmäßig zusammen um gemeinsam die Welt zu retten oder einfach nur um Auto zu fahren, es passiert aber eher selten, dass man diese Charaktere in anderen Franchises wiederfindet. So ist es eigentlich mit allen Entwicklern, niemand leiht gerne eine eigene IP aus.

Und dennoch, hier ist ‚Mario + Rabbids Kingdom Battle‘. Ein Crossover zwischen Mario und Freunden und Ubisoft’s verrückten Raving Rabbids. Die Ankündigung auf der E3 wurde mit einiger Skepsis aufgenommen. Die Idee diese zwei  Franchises zusammenzuführen erschien eher so wie ein verspäteter April-Scherz. Mal abgesehen davon, dass diese Idee absolut keinen Sinn ergibt, stand auf einmal Shigeru Miyamoto persönlich auf Ubisoft’s Bühne und redet über Mario + Rabbids Kingdom Battle. Der würde doch bestimmt nicht so euphorisch hinter einer so absurden Idee stehen, wenn es nicht doch gut werden würde, oder etwa nicht?
Schnell bekamen wir das erste Footage zu sehen, dieses sah überraschend gut aus, fühlte sich aber immer noch an wie ein Scherz. Mario, Luigi, Peach und Yoshi und ihre Rabbid-Gegenstücke nutzen Waffen um sich in klassischer XCOM-Manier über das rundenbasierte Schlachtfeld  zu kämpfen?
Klingt komisch? Ist es auch und genau das soll es auch sein!

Mario + Rabbids Kingdom Battle startet mit einem wissenschaftlichen Unfall. So gelangen die flauschigen Raving Rabbids mehr oder weniger gewollt in das Mushroom Kingdom, wo durch ihre Ankunft einiges in Schieflage gerät. Um diese Situation, rund um die böse gewordenen Rabbids, wieder ins Lot zu bekommen muss natürlich unser Lieblings-Klempner Mario samt seinen Freunden herhalten.
Diese Charaktere sind jedoch nicht alle von Anfang an verfügbar, erst im Laufe des Spiels stoßen sie nach und nach zu unserer Truppe dazu.
Neben Mario, Luigi, Peach und Yoshi gibt es auch noch vier gute Rabbids, die im Kostüm von Mario und Co unterwegs sind, und uns mal mehr, mal weniger helfend zur Seite stehen. Wenn wir schon mit Rabbids unterwegs sind, dann darf natürlich auch der typische Rabbid-Humor nicht fehlen und das tut er zum Glück auch nicht. So erwischt man Rabbid-Peach immer wieder dabei, wie sie haufenweise Selfies macht, und das natürlich in den unpassendsten Momenten, wie beispielsweise mitten in einem Bosskampf.
Diese kleinen Momente tragen dazu bei, dass die eigentlich völlig belanglose Story trotzdem nie langweilig wird und man sich immer auf die nächste, noch so kleine, Zwischensequenz freut.

Hinter dieser niedlich wirkenden Fassade, versteckt sich aber ein durchaus anspruchsvolles rundenbasiertes Strategiespiel. So müssen wir uns immer mit drei unserer Helden über teils weitläufige, teils kompakte Schlachtfelder kämpfen und müssen entweder alle Gegner ausschalten, nur eine bestimmte Anzahl an Gegnern ausschalten, eine markierte Zone erreichen, oder auch immer wieder Toad (der sich natürlich nicht zu wehren vermag) über das Schlachtfeld eskortieren.
Es gibt vier Welten mit je 10 Stages, diese haben wiederum mehrere Level (1-3) und jede Welt hat ihre eigenen einzigartigen Mid- und End-Bosse.

Mario + Rabbids Kingdom Battle ähnelt von den Grundabläufen sehr Spielen wie XCOM oder Fire Emblem. So müssen wir uns, innerhalb eines bestimmten Bewegungsradius, taktisch klug positionieren um von unserer Position den Gegnern, mit Snipern, Granaten, selbstauslösenden Bomben auf Rädern und noch vielen anderen absurden Waffen, ordentlich einheizen.
Klingt nicht zwingend nach einem typischen Mario-Spiel, gerade mit so vielen Waffen. Aber die Designer haben eine hervorragende Arbeit geleistet diese Waffen perfekt in die bunte Welt von Mario + Rabbids Kingdom Battle einzupassen. So hat jede, wirklich jede, Waffe einen einzigartigen Look, den dazu passenden Namen und eine amüsante Kurzbeschreibung, die es definitiv zu lesen lohnt.
Hier merkt man, dass Mario + Rabbids Kingdom Battle ein Herzensprojekt war, zugleich aber auch AAA-Studios mit genug Geld dahinter standen.
Neben diesen ‚normalen‘ Spielelementen gibt es noch Dinge die im Spiel anders sind. So ist es beispielsweise möglich einen Team-Sprung auszuführen, das bedeutet ich lasse einen Charakter auf einen anderen springen um meine Reichweite zu erhöhen und so an weiter entfernte Orte zu kommen. Dann gäbe es da auch noch Rabbid-Röhren, diese ermöglichen es schnell von einem Punkt zu einem vollkommen anderen zu kommen.

Jeder Charakter hat neben zwei Aktionen (Attacke & Spezial-Aktion), die Fähigkeit sich zu bewegen sowie zwei Sonderfähigkeiten, die im Laufe des Spielgeschehens freigeschaltet werden können und sollten. Mario kann beispielsweise seinen berühmten Kopf-Stampfer einsetzen um auf Gegner draufzuspringen und ihnen so Schaden zuzufügen. Luigi (der im Spiel ein Sniper ist) kann zum Beispiel seinen nicht weniger bekannten „Death Stare“ einsetzen und schießt dann auf alles was sich in sein Blickfeld bewegt. Andere Charaktere können Granaten, fahrende Bomben, und vieles mehr freischalten und einsetzen.
Wer es vermag diese Fähigkeiten geschickt zu kombinieren, wird häufiger mal Zeuge von spektakulären und äußerst zufriedenstellenden Kombos.

Um diese Fähigkeiten freizuschalten benötigen wir sogenannte ‚Power Orbs‘ die wir im Spiel immer wieder finden und nach erfolgreichem Anschließen einer Stage auch so bekommen. Damit können wir dann in einem relativ großen Skilltree die Fähigkeiten unserer Helden freischalten, beziehungsweise verbessern. In diesem Skilltree können wir aber nicht nur die gerade angesprochenen Sonderaktionen freischalten und verbessern, sondern auch Dinge wie unsere Lauf-Reichweite, unseren Schaden, oder andere Dinge verbessern.
Neben den Power Orbs finden wir im Spiel auch eine Menge Münzen, diese dienen dazu neue Waffen zu kaufen. Man hat nie genug Geld um immer für alle Charaktere die beste Waffen zu haben. Aber gerade das stellt einen vor die spannende Herausforderung intelligent mit dem Geld zu haushalten. Und immer den richtigen Charakter für die aktuelle Situation, samt seinen Waffen und Fähigkeiten, auszuwählen.
Genau diese Auswahl ist alles andere als einfach, das weiß man auch bei Nintendo, deshalb ist es möglich, einen bereits zugewiesenen Skill, wieder zurückzunehmen und alle Punkte (ohne Verluste) wiederzubekommen. So kann man getrost einiges ausprobieren, ohne Gefahr zu laufen alle seine hart erarbeiteten Skillpunkte zu verlieren.

All diese Dinge muss man im Gefecht ordentlich kombinieren um sich einen Vorteil gegenüber den Gegnern zu erarbeiten. So kombiniert man vielleicht eine Fähigkeit mit der ich weiter laufen kann, mit einem Sprung direkt neben einen Gegner um ihn mit meinem Hammer direkt mit einem Schlag zu erledigen. Eventuell habe ich dann zwar einen Gegner weniger, um den ich mir Sorgen machen muss, aber vielleicht stehe ich auch nicht mehr hinter einer Deckung und kann von zwei anderen Gegnern frei abgeschossen werden, oder vielleicht zerschießt einer meine Deckung (ja, das ist möglich) und ein anderer hat dann freie Schussbahn auf mich.
Das sind Dinge die man im Laufe des Spiels lernt, so sind die ersten Level sehr einfach und man erzielt Höchstwertungen. Schon bald werden die Wertungen schlechter, nicht alle Charaktere schaffen es durch einen Level, oder möglicherweise sterben alle Charaktere und der Level ist verloren.
Das passiert schneller als man denkt, denn alle Fähigkeiten, die ich einsetzen kann, können meine Gegner auch einsetzen. Sogar noch mehr.
Was als Run&Gun-Action beginnt, wird spätestens in der zweiten Welt zu einem sehr viel langsameren, taktischen Spiel in dem jeder Spielzug gründlich überlegt sein will. Ansonsten nehmen einen die verschiedenen Gegnertypen, von denen es reichlich gibt (von  ‚normale Rabbids‘, über Supports, die ihre Kameraden heilen können und Granaten werfen, und Tanks, die eine geringe Reichweite haben, dafür aber extrem stark sind und viel HP haben, bis hin zu Geistern, die sich über das Spielfeld teleportieren können) schnell mal auseinander.
Daran merkt man schnell, dass der Schwierigkeitsgrad kontinuierlich ansteigt, aber nie unfair wird. Sollte man aber wirklich ein Level gar nicht schaffen, dann gibt es noch den ‚Easy Mode‘, mit diesem teilt ihr mehr Schaden aus und eure HP werden nicht nur auf 100% aufgefüllt, sondern sogar noch erhöht. Damit sind Level dann eigentlich immer machbar, nimmt aber auch einiges an Spielspaß weg.

Was das Design von Mario + Rabbids Kingdom Battle angeht, gibt es ein paar kleinere Schnitzer. So kann man die Kamera nur in 90°-Schritten drehen und weder raus-, noch reinzoomen. Außerdem ist es schade, dass im Level herumstehende Fallen sich nicht direkt anvisieren lassen. Man kann lediglich auf diese schießen, wenn sich ein Gegner hinter ihnen versteckt.

Neben den normalen Kämpfen, die ganz klar Hauptbestandteil des Spiels sind, gibt es noch einiges an Abwechslung in der Welt von Mario + Rabbids Kingdom Battle zu finden. Es gibt Rätsel, die gut in die Spielwelt eingearbeitet sind. Diese geben uns neue Waffen, Münzen, Skillpunkte, 3D-Modelle, die wir uns in der Galerie anschauen können, und vieles mehr. Da wir bis zum Ende neue Fähigkeiten bekommen um Wege zu öffnen, aber schon in der ersten Welt Wege sind, die nur mit Fähigkeiten geöffnet werden können, die wir erst später lernen, hält man den Wiederspielfaktor schön hoch. Wer wirklich alles abschließen will, kann natürlich auch nochmal jedes Level spielen um dort die Höchstwertung zu holen.
Zusätzlich besteht noch die Möglichkeit einen JoyCon abzugeben und zusammen mit einem Freund im ‚Buddydrome‘ einige Coop-Aufgaben abzuschließen.

Abschließend bleibt zu sagen, dass Mario + Rabbids Kingdom Battle wesentlich mehr ist als ein einfacher April-Scherz. Es ist ein anspruchsvolles Taktikspiel welches das Mario- und das Rabbid-Franchise besser und liebevoller nicht hätte zusammenführen können. Die Welt ist stimmig, auch wenn ich mir noch mehr Content gewünscht hätte. Das Spiel ist mit einer Länge von 25-30 Stunden aber voll im Rahmen.
Technisch konnte ich keinerlei Probleme feststellen und damit bleibt für mich nichts weiter übrig als eine klare Kaufempfehlung für jeden Switch-Besitzer für Mario + Rabbids Kingdom Battle auszusprechen!

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Präsentation - 10,0 / 10,0

  • Detaillierte Umgebung
  • Passender Grafikstil
  • Abwechlungsreiche Welten & Level
  • Toller Soundtrack

Spieldesign - 9,0 / 10,0

  • Gutes, abwechslungsreiches Leveldesign
  • Vielfalt an Gegnern (+Fähigkeiten)
  • Gutes Waffenbalancing
  • Umgebungs-Puzzle
  • Jeder Charakter ist anders

  • Kleinere Kameraprobleme
  • Deckungen nicht anvisierbar

Balance - 9,5 / 10,0

  • Einfacher Einstieg
  • Herausfordernder & fairer Schwierigkeitsgrad
  • Waffen sind nie zu schwach für Gegner
  • Teils herausfordernde Kämpfe

Story - 8,0 / 10,0

  • Typischer Rabbid-Humor
  • Glaubhafte Mario-Rabbid-Welt
  • Soundtrack fügt sich in den Grafikstil ein

  • Belanglose Story

Umfang - 8,5 / 10,0

  • Große Welten
  • Viele Level in jeder Welt
  • Hoher Wiederspielwert
  • 20 Coop-Level
  • Viele Waffen & Gadgets

  • Nur vier Welten
9,0

Fazit von: Lukas

Ein hervorragendes anspruchsvolles Mario-Rabbid-Taktikspiel mit toller Atmosphäre. Definitiv ein Switch-Pflichtkauf!

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